Konzept · taan1 sau2
Tan Sao
Auch: Dispersing Hand · Palm-Up Hand
Tan Sao bezeichnet die Handhaltung mit nach oben geöffneter Handfläche und angewinkeltem Ellbogen zur Zentrallinienabdeckung.
Für Agenten

Tan Sao
Was es ist
Der Tan Sao (攤手, Jyutping: taan1 sau2), übersetzt „Handfläche-nach-oben-Arm“ oder „öffnende Hand“, ist eine der fundamentalsten Grundarmhaltungen und Abwehrkeile im Wing Chun. Die Technik zeichnet sich durch eine geöffnete Handfläche nach oben, ein leicht gebeugtes Handgelenk und einen tiefen, stabilen Ellbogen aus, der auf der Zentrallinie platziert ist. Der Tan Sao nutzt das Keilprinzip, um gegnerische Angriffe ohne eigene Muskelkraft nach außen oder oben abzuleiten.
Im Training
Der Tan Sao wird von Beginn an im ersten Abschnitt der Form Siu Nim Tau intensiv geschult, um die korrekte Ausrichtung des Ellbogens und die Entspannung der Schultergürtelmuskulatur zu verankern. Im Partnerdrilling und im Chi Sao dient er als universelle Aufnahmetechnik für gerade Schläge im mittleren Körperbereich. Schüler lernen, den Tan Sao mit ständiger elastischer Spannung nach vorne zu führen, sodass er bei gegnerischem Druck elastisch nachgibt oder bei nachlassendem Widerstand sofort in einen Vorwärtsstoß übergeht.
Abgrenzung
Ein Tan Sao ist kein harter Wegblocken eines Gegners mit Muskelgewalt und kein unbeweglicher Schild. Er darf nicht mit hochgezogener Schulter oder nach außen gewandertem Ellbogen ausgeführt werden, da er sonst seine statische Keilwirkung verliert und unter gegnerischem Druck kollabiert.
Einordnung
Der Tan Sao gehört zusammen mit dem Bong Sao und dem Fook Sao zu den drei Kernarmen des Wing Chun. Er basiert auf dem Keilprinzip und schützt die Zentrallinie.